Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Würzburg

Erstmal ein großes Dankeschön an alle AntifaschistInnen und Antifaschisten die mit uns am 1.Mai gegen die Faschistenschweine auf die Straße gegangen sind! Entschuldigt auch dass unsere Stellungnahme erst jetzt kommt, wir waren einfach überlastet. Es werden noch einige Nazibilder, in den nächsten Tagen, auf den Block gesetzt, danach werden keine neuen Einträge mehr gepostet. Vielen Dank auch an alle UnterstützerInnen, seien es nun Einzelpersonen oder Gruppen, die mit uns die Gegenaktivitäten koordiniert haben!!! Hier nun unsere abschließende Stellungnahme:

Schon in der Nacht zeigte sich, dass Polizei und Stadt unbedingt den Naziaufmarsch stattfinden lassen wollten. So waren große Teile der Stadt mehrfach mit Hamburger Gittern abgesperrt und vermeintliche Antifaschist_innen wurden immer wieder kontrolliert und schikaniert. Mindestens 1500 gewaltbereite und schwerstbewaffnete Personen in grün und blau, machten die Stadt an diesen Tag (un)sicher.
Während diese sich – oft auch in zivil – auf Beobachtung und Verfolgung von Gegendemonstrant_innen fokussierten, konnten sich Nazis immer wieder von ihrem Sammelort entfernen. So wurde unter anderem der Anti-Antifa Fotograf Sebastian Schmaus auf der DGB Auftaktkundgebung enttarnt. Die Polizei zeichnete sich besonders durch ständiges Erteilen von Platzverweisen – sogar gegen 2 DemosanitäterInnen – aus. Insgesamt gab es unseres Wissens nach 13 Festnahmen und mehrere Verletzte. So wurde zum Beispiel einer Person ein Zahn abgebrochen und eine weitere am Ohr verletzt. Außerdem gab es einen Verdacht auf Nasenbeinbruch und einen Innenbandriss.
Trotz des massiven Polizeiaufgebots gab es mehrere Blockadeversuche, darunter zwei erfolgreiche, aufgrund deren die Naziroute verkürzt werden musste.
Wie auch in der Stellungnahme des Antifa-Recherche-Teams Nordbayern (art-nb) steht, bleibt für uns festzuhalten, dass das Mobilisierungspotential des FNS in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Mit nur 350 Teilnehmer*innen sind wesentlich weniger Nazis nach Würzburg gekommen als erwartet. Diese traten jedoch mit besonders menschenverachtenden Parolen in Erscheinung, was von Seiten der Polizei durchaus auch als Grund hätte herhalten können, um den Naziaufmarsch aufzulösen. Die unverhohlene Parole „Nationalsozialismus – jetzt! Jetzt! Jetzt!“ war trotz der großräumigen Abschottung der Repressionsorgane mehrmals zu hören. In den Reden wurde unter anderem Hitler als ein „großer Mann“ gepriesen und zur Gewaltorgien gegen „Ausländer“ aufgerufen.

Antikapitalistische Abenddemo

Am Abend folgte noch eine antikapitalistische Demo, um sich nicht von den Nazis den Tag komplett diktieren zu lassen und eine fundiert radikale Kritik am kapitalistischen System auf die Strasse zu tragen. Über hundert Leute folgten dem Aufruf der Antira Würzburg.
Das Polizeiaufgebot war hierbei völlig überzogen. Die repressive Schiene äusserte sich nicht nur im Vorfeld (zwei Leute wurden wegen „Passiver Bewaffnung“, also Nieten auf ihrer Jacke, festgenommen; Verbot Aussenstehende zu fotografieren). Während bei dieser Demo die Auflagen von Seiten der Polizei völlig willkürlich durchgesetzt worden sind, wurden die Nazis den ganzen Tag hofiert und für sie die halbe Stadt lahmgelegt.

Letztendlich sehen wir den Tag durchaus als Teilerfolg an, da trotz kurzer Mobilisierungszeit viele Antifaschist*innen nach Würzburg gekommen waren und endlich einmal ein Aufmarsch des FNS durch Blockaden verkürzt werden konnte. Gerade in der Provinzstadt Würzburg, die eher für ihre große Anzahl an Studentenverbindungen als für ihre antifaschistische Strukturen bekannt ist, ist dies durchaus respektabel. Auch die parallel laufenden Aufmärsche der Nazis in Frankfurt und Erfurt hatten vorher ein recht pessimistisches Bild für eine antifaschistische Mobilisierung nach Würzburg gezeichnet.
An dieser Stelle wollen wir auch solidarische Grüße an alle Leute senden, die am 1.Mai in verschiedenen Städten auf die Straße gegangen sind um den Nazis entgegenzutreten und für eine Welt ohne Grenzen und Klassen zu demonstrieren!

Ausdrücklich wollen wir noch an alle Leute appellieren, die am 1.Mai an antifaschistischen Aktionen teilgenommen haben, dabei aber Alkohol konsumierten: Drogen haben bei eben solchen Aktionen nichts verloren – ihr gefährdet euch selbst und andere! Auch an die ganzen Hobbyfotograf*innen, die meinen Fotos von Aktionen machen zu müssen: lasst es einfach!

Alle von Repression betroffen Personen bitten wir sich bei ihrer Ortsgruppe der Roten Hilfe zu melden! Feuer und Flamme der Repression!

NO PASARAN Würzburg