Das „Freie Netz Süd“ (FNS)

Das „Freie Netz Süd“ (FNS) ist ein Zusammenschluss von bayerischen Neonazikameradschaften, der 2008 gegründet wurde. Anfangs bestand diese Organisation aus Neonazikadern, die öffentlich mit der NPD gebrochen haben. Zu diesen zählten u.a. die ehemaligen führenden Köpfe der Fränkischen Aktions Front (FAF) Matthias Fischer (Fürth), Norman Kempken (Nürnberg), Lutz Passon (Ebermannstadt) sowieTony Gentsch (Töpen). Die FAF war eine offen rassistische und nationalistische Kameradschaft, die 2004 vom bayerischen Innenminister wegen „Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus“ verboten wurde. Viele der Führungspersonen der FAF waren nach dem Verbot in die NPD eingetreten und hatten teilweise auch neue Kreisverbände gegründet. Gerade diese Nazikader haben mit dem FNS die Nachfolgeorganisation der FAF aufgebaut. Auch schon vor dem öffentlichen Bruch mit der NPD stellten sich sogenannte „Freie Kräfte“, die allerdings auch in der Partei organisiert waren, gegen den offiziellen Parteikurs die NPD als konservative Heimatpartei zu präsentieren. So organisierten sie mit dem Nationalen Frankentag 2008 sogar eine direkte Konkurrenzveranstaltung zum offiziellen Bayerntag des NPD-Landesverbandes. Solche Veranstaltungen gingen vor allem vom Bund Frankenland aus, dessen Hauptakteur bis heute Uwe Meenen (damals Würzburg) ist.

Die Organisationsform als „Freies Netz“ wurde von Neonazigruppen aus Sachsen und Thüringen übernommen. Unter dem Label FNS wird vor allem eine Internetseite betrieben, auf der sich mehrere Neonazikameradschaften aus verschiedenen Regionen präsentieren. So wird von konspirativen Aktionen und Treffen berichtet, Hasstexte veröffentlicht und zum Kampf gegen politische Gegner*innen aufgerufen. Neben Flugblattverteilungen und Plakatieraktionen organisiert das FNS hauptsächlich Neonazikonzerte (wie zum Beispiel im oberfränkischen Oberprex), den „Nationalen Frankentag“, und 1.Mai Demonstrationen. Gerade bei den letztgenannten Veranstaltungen zeigt das FNS eine hohe Mobilisierungsfähigkeit. Hierbei zeigen sich auch immer wieder die Verbindungen des FNS nach Ungarn, Südtirol, Österreich und Tschechien. So können die hiesigen Nazis fast immer auf Unterstützung von Kamerad*innen aus dem Ausland bauen.

Weiterführende Informationen:

fnszerschlagen
antifaschistisches rechercheteam – nordbayern
Kader des „Freien Netz Süd“ (FNS)